Du hast einen Rücken. Und du hast einen Ordner voller Befunde – oder, was noch verwirrender ist, einen Ordner, in dem nichts steht. Röntgen: unauffällig. MRT: unauffällig. Und trotzdem drehst du dich morgens vorsichtig aus dem Bett, weil du weißt, dass es gleich wieder da ist. Dieses Ziehen, dieses Stechen, diese Stelle unten links, die keiner erklären kann.
Vielleicht kennst du auch den Satz, der am meisten weh tut. Nicht der Schmerz selbst, sondern das Gefühl, dass niemand ihn ernst nimmt. Irgendwann misstraust du dir selbst: Ist das wirklich da? Bilde ich mir das ein? Ich sage dir gleich vorweg: Nein, du bildest dir nichts ein. Dein Schmerz ist real. Auch ohne Befund.
Warum „kein Befund“ nicht „kein Schmerz“ bedeutet
Oft höre ich in der ersten Sitzung: „Der Arzt hat gesagt, er findet nichts – also kann doch gar nichts sein.“ Genau hier liegt das Missverständnis, das viele Klienten jahrelang gefangen hält.
Die Medizin unterscheidet zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen. Spezifisch heißt: Man findet die Ursache klar, etwa einen Bandscheibenvorfall. Die große Mehrheit ist unspezifisch – so fasst auch die AOK in ihrem Gesundheitsatlas die typischen Rückenbeschwerden zusammen. Das bedeutet nicht, dass nichts da ist, sondern dass die Bildgebung keine einzelne Ursache zeigt.
Ein unauffälliges MRT schließt Schmerz also nicht aus. Es schließt nur aus, dass er aus einer sichtbaren Verletzung kommt. Er kann trotzdem aus einem System kommen, das man auf einem Röntgenbild nicht sieht: deinem Nervensystem.
Was da wirklich passiert – der Mechanismus, ohne Vorwurf
Dein Rücken ist nicht nur Knochen und Muskeln. Er ist vor allem ein extrem feines Meldesystem. Millionen von Nervenenden senden ständig Informationen ans Gehirn – Druck, Bewegung, Temperatur, Spannung. Das Gehirn filtert diese Flut und entscheidet, was bewusst wird.
Bei einem akuten Schmerz ist das sinnvoll: Du hebst falsch, das System schlägt Alarm, du schonst dich, es heilt ab, der Alarm geht aus. Bei chronischen Schmerzen passiert etwas anderes: Bleibt der Alarm lange genug an, stellt sich das System um. Die Nervenbahnen werden empfindlicher, die Schmerzschwelle sinkt.
Die moderne Schmerzforschung nennt das eine starke zentrale Komponente: Der Schmerz entsteht nicht mehr allein dort, wo er begann, sondern in der Verarbeitung. Bei Phantomschmerzen ist dieser Mechanismus besonders deutlich, bei Rückenschmerz arbeitet er nach demselben Prinzip – die Meldung läuft weiter, auch wenn der Auslöser längst weg ist.
Deshalb ist es kein Widerspruch und keine Einbildung, wenn du Schmerzen hast und der Befund sauber ist. Dein Schmerzsystem hat etwas gelernt – und das kann es auch wieder verlernen. Ich sage bewusst „ohne Vorwurf“, denn viele bekommen zu hören, ihr Rücken oder ihr Stress seien ihre Schuld. Das ist Unsinn. Dein Nervensystem hat reagiert, wie jedes reagiert hätte – es hat dich sogar geschützt, nur nicht gemerkt, wann der Schutz nicht mehr nötig war.
Warum bisherige Wege oft nicht griffen
Fast jeder Klient hat eine lange Reise hinter sich. Physiotherapie, Massagen, Rückenschule, Spritzen, Schmerzmittel, Wärme, Kälte, Einlagen. Das ist nicht falsch – vieles davon ist sinnvoll.
Warum trotzdem oft nichts hielt: Diese Wege behandeln die Peripherie, also Muskeln und Körpermechanik. Alles am richtigen Ort, wenn der Schmerz aus der Struktur käme. Aber wenn er längst in der Verarbeitung sitzt, kannst du am Rücken behandeln, so viel du willst – die Meldung läuft weiter. Du fühlst dich während der Behandlung wohler, und ein paar Tage später ist er zurück.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Schmerz und Anspannung verstärken sich gegenseitig. Du hast Schmerzen, also verspannst du dich. Du bist verspannt, also hast du mehr Schmerzen. Reine Willenskraft kommt dagegen nicht an, denn dein Schmerzsystem hört keine Verbote.
Wie die Arbeit bei mir abläuft – Schritt für Schritt
Ich arbeite seit 2012 mit Hypnose in Ludwigsburg. Bei Rückenschmerzen ohne Befund gehe ich in klaren Schritten vor:
- Das Gespräch. Zuerst verstehe ich, was dein Schmerz ist – nicht nur, wo er sitzt. Wann begann er? Was war damals los in deinem Leben? Viele merken hier zum ersten Mal, dass Schmerz und Stress zusammen aufgetreten sind.
- Die Tiefenentspannung. Du setzt dich in einen Sessel und wirst in einen angenehmen Zustand geführt, vergleichbar mit dem Moment kurz vor dem Einschlafen. Du bleibst die ganze Zeit wach – kein Kontrollverlust, sondern tiefe Entspannung.
- Die Arbeit am Schmerzsignal. Hier wird das Unterbewusstsein aufnahmefähig. Es geht nicht darum, dir den Schmerz wegzureden, sondern das Signal zu bearbeiten: Das Schmerzsystem bekommt die Information, dass die ursprüngliche Gefahr vorbei ist und die Meldung nicht mehr gebraucht wird.
- Verankerung. Am Ende bekommst du konkrete Werkzeuge für den Alltag – für genau die Momente, in denen sich der Schmerz bisher gemeldet hat. So hält die Veränderung auch dann, wenn das Leben anstrengend wird.
Wie viele Sitzungen es braucht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Das klären wir nach der ersten Sitzung gemeinsam.
Was Klienten beschreiben
Am häufigsten höre ich Varianten von drei Sätzen. Der erste: „Ich habe den Rücken eine Zeit lang gar nicht bemerkt.“ Der Schmerz verschwindet nicht immer mit einem Schlag, aber er tritt in den Hintergrund. Der zweite: „Ich traue mich wieder zu bewegen.“ Viele haben sich aus Angst über Jahre in Schonhaltungen begeben. Wenn die Alarmbereitschaft sinkt, kommt die Bewegung zurück. Der dritte: „Ich schlafe wieder durch.“
Ein Beispiel: Ein Klient kam mit jahrelangen Rückenschmerzen ohne Befund, die er vor allem im Sitzen und nach stressigen Arbeitstagen spürte. Er war skeptisch – verständlicherweise. In der ersten Sitzung zeigte sich, dass der Schmerz nie zufällig auftrat, sondern immer in Verbindung mit Anspannung und Überforderung. Nach einigen Sitzungen berichtete er, der Schmerz sei nicht mehr sein erster Gedanke am Morgen. Es ist nicht bei jedem so schnell – das ist ein Fall, keine Regel.
Was ich dir ehrlich sage
Ich verspreche dir keine Heilung und keine Zahl. Wer dir eine Prozentzahl nennt, nennt entweder einen Wert aus einer völlig anderen Situation, oder er rät. Ich verspreche dir auch nicht, dass es bei dir genauso läuft wie in dem Beispiel oben – nicht nur, weil es rechtlich so sein muss, sondern weil ich es so meine.
Und ich sage dir das genauso klar: Wenn bei dir noch keine sorgfältige medizinische Abklärung gelaufen ist, dann ist das der erste Schritt. Rückenschmerzen können in seltenen Fällen ernste Ursachen haben. Sorge dafür, dass ein Arzt das ausgeschlossen hat – erst dann ist eine Arbeit auf der Ebene des Schmerzsignals verantwortbar. Was ich dir ehrlich sagen kann: Hypnose wird seit Jahrzehnten in der Schmerzarbeit angewendet, und gerade bei Schmerzen mit einer starken zentralen Komponente ist sie ein sinnvoller Weg.
Häufige Fragen
Verliere ich die Kontrolle? Nein. Du bist die ganze Zeit bei Bewusstsein und kannst jederzeit aufstehen. Hypnose ist ein tiefer Entspannungszustand, kein Kontrollverlust.
Dein nächster Schritt
Du kannst das hier lesen, nicken und es verschieben. Oder du machst es wie viele Klienten vor dir und buchst einen Termin. Wir sprechen zuerst in Ruhe, dann arbeiten wir direkt mit Hypnose. Kein Verkaufsgespräch, kein Druck.
Meine Praxis „Hypnose & Coaching am Schloss“ liegt in der Marbacher Straße 13 in Ludwigsburg. Seit 2012 arbeite ich hier mit Hypnose – zu mir kommen Menschen aus Ludwigsburg, Stuttgart, Esslingen und der Region.
Vielleicht hast du deinen Schmerz lange genug verwaltet. Ein Gespräch kann der Anfang davon sein, dass du deinen Rücken wieder als das erlebst, was er sein sollte: ein Teil von dir.

