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Redeangst: Ruhig sprechen, wenn alle zusehen

6. November 20267 Min. LesezeitGiuseppe Basta
Redeangst: Ruhig sprechen, wenn alle zusehen

Es passiert, bevor du aufstehst

Der Vortrag ist in drei Wochen. Du weißt es. Und trotzdem ist da schon dieses Gefühl — ein Druck in der Brust, ein flauer Magen, der Gedanke: „Hoffentlich werde ich krank.“

Je näher der Termin rückt, desto schlimmer wird es. Am Tag selbst zittern die Hände, die Stimme wird dünn, der Mund trocken. Und hinterher weißt du oft nicht einmal, was du gesagt hast.

Redeangst hat nichts mit fehlendem Wissen zu tun. Du kennst dein Thema. Es liegt daran, dass dein Körper in einem Moment, in dem alle auf dich schauen, auf Alarm schaltet.

Warum Lampenfieber rational nicht zu greifen ist

Du kannst dir hundertmal sagen, dass nichts passieren kann. Dein Körper hört nicht zu. Der Grund ist einfach: Die Reaktion läuft nicht über den Verstand, sondern über das autonome Nervensystem.

Eine Gruppe Menschen, die dich ansieht, war für unsere Vorfahren eine echte soziale Gefahr. Ausschluss aus der Gruppe bedeutete damals Überlebensgefahr. Dein Gehirn bewertet diese Situation noch immer so — auch wenn es heute nur um eine Präsentation im Büro geht.

Die Angst ist nicht dumm. Sie ist nur nicht mehr zeitgemäß.

Drei Muster, die du vielleicht kennst

Die Vorbereitungsspirale: Du bereitest dich immer mehr vor, um die Angst zu beruhigen. Es hilft nicht, weil mehr Wissen die Angst nicht kleiner macht — sie wächst mit der Bedeutung, die du dem Auftritt gibst.

Das innere Publikum: Während du sprichst, beobachtest du dich selbst. „Wie sehe ich aus? Habe ich gerade einen Fehler gemacht?“ Diese Selbstbeobachtung nimmt dir die Aufmerksamkeit für dein Thema — und macht genau das, was du befürchtest, wahrscheinlicher.

Die Nachbereitung: Danach gehst du die Szenen im Kopf durch und findest jeden kleinen Moment, in dem du dich blamiert hast. Dein Gehirn speichert das als Beweis ab: „Siehst du, war gefährlich.“

Was in der Sitzung passiert

Wir sprechen zuerst darüber, wann es anfing und in welchen Situationen es auftritt — vor Kollegen, vor Fremden, vor Vorgesetzten. Oft gibt es einen ersten Moment, an den du dich erinnerst.

In der Hypnose löse ich die Verknüpfung zwischen dem Gefühl, angeschaut zu werden, und dem Alarm. Du bist dabei ansprechbar und bekommst alles mit. Es ist kein Zustand, aus dem du nicht herauskommst.

Danach bekommst du ein Werkzeug, das du vor dem nächsten Auftritt anwenden kannst. Nicht als Krücke, sondern als Verstärkung.

Was sich verändert

  • Der Gedanke an den Vortrag löst keine körperliche Unruhe mehr aus.
  • Du schläfst in der Nacht davor normal.
  • Beim Sprechen bist du bei deinem Thema, nicht bei dir selbst.
  • Die Nachbereitung hört auf — du musst nicht mehr jeden Moment durchgehen.
  • Du sagst Zusagen wieder zu, statt langfristig zu planen, wie du absagen kannst.

Was ich dir ehrlich sage

Eine gewisse Anspannung vor einem Auftritt ist normal und gehört dazu — auch bei Menschen, die jeden Tag auf Bühnen stehen. Was sich verändert, ist die Menge: Es geht nicht darum, gar nichts mehr zu fühlen, sondern darum, dass die Angst aufhört, der Chef über deinen Tag zu sein.

In 90 Prozent der Fälle reicht eine einzige Sitzung. Nach etwa eineinhalb Stunden gehst du raus mit einem anderen Gefühl, wenn du an den nächsten Auftritt denkst.

Wenn du das kennst, sprich mich an. In einem Gespräch klären wir, ob Hypnose für dich der richtige Weg ist.

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